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Insights aus der Konferenz „Digitalisierung in der Industrie“

In jüngster Vergangenheit haben zahlreiche Unternehmen das Thema „Digitalisierung“ in die Entwicklungsstrategie aufgenommen. Auf kaum einem Gebiet gibt es aktuell so viele Änderungen, Trends und Neuigkeiten. Auch wir von konplan setzen uns tagtäglich damit auseinander. Um den Überblick über die kontinuierlichen Veränderungen zu behalten und stets „up to date“ zu sein, nehmen wir regelmässig an Branchenevents teil. Eines der jüngsten Beispiele ist die Konferenz „Digitalisierung in der Industrie“, die am 5. September 2017 an der HSR (Hochschule für Technik Rapperswil) stattfand. Wir haben einige spannende Insights für Sie mitgebracht!

Die Veranstalter der eintägigen Konferenz hatten es sich zur Aufgabe gemacht, Wege aufzuzeigen, wie die Digitalisierung als zentrales Element einer Unternehmensstrategie definiert und realisiert werden kann. Zu Beginn der Veranstaltung kamen die Redner der „Interessenvertretung Politik“ zu Wort. Zusammenfassend konnte man als Zuhörer feststellen, dass die Digitalisierung in der Verwaltung aktuell noch eine eher untergeordnete Rolle spielt. Die Vertreter der älteren Generation halten gerne am Altbewährten fest und haben noch kein Bewusstsein für die Möglichkeiten digitaler Lösungen entwickelt. Werden dennoch erste Schritte hin zur Digitalisierung eingeleitet, entwickelt jedes Departement seine eigene Strategie – es gibt keine übergeordnete und einheitliche Regelung. Grund dafür ist mangelndes Bewusstsein dafür, dass die Digitalisierung alles durchdringen wird und diesbezüglich zusammengearbeitet werden sollte. Dennoch hat die Schweiz aufgrund eines hohen Bildungsniveaus, sehr guter Universitäten und Fachhochschulen und hervorragenden Weiterbildungsbildungsmöglichkeiten beste Voraussetzungen, Vorreiter in Sachen Digitalisierung zu werden.

Von der Plattform bis zum Business Case: Kernthemen der Veranstaltung

Die Haupterkenntnis aus den nachfolgenden Präsentationen war, dass aktuell branchen- und marktübergreifend sehr viele Plattform-Lösungen entwickelt werden.

Mithilfe dieser Plattformen werden beispielsweise käuferbezogene Daten mit einer Service-Datenbank verknüpft und synchronisiert. Dadurch werden das unvollständige Übertragen von Aufträgen oder Medienbrüche verhindert. Zum Einsatz kommen Plattformen auch bei der Lagerhaltung, wie das Beispiel Bossard zeigt. Bestände werden automatisch übermittelt und entsprechende Nachbestellungen pünktlich in Auftrag gegeben. Dadurch wird das Unternehmen vom Schraubenverkäufer zum Logistikdienstleister mit zukunftsfähiger Softwarelösung. Besonders eindrücklich dargestellt wurden die Vorteile von Plattformen durch die Firma Maxon. Sie ermöglicht es Kunden, aus mehreren tausend Varianten selbst einen Motor zusammenzustellen. Die Plattform überträgt die Gestaltung und Auswahl also dem Kunden, der die gewünschten Funktionen selbst auswählt. Maxon verringert den Betreuungsaufwand in der eigenen Organisation erheblich und kann durch durchgängige elektronische Weiterverarbeitung der Bestellinformationen in der Produktion die Lieferzeit massiv reduzieren.

Im Zuge des Events wurden auch einige interessante Business Cases vorgestellt. Spannend für die Zuhörer war dabei unter anderem die Tatsache, dass Unternehmen etablierter Branchen sich heute immer mehr mit der „Attacke“ völlig branchenfremder oder neuer Unternehmen mit frischen Geschäftsmodellen, alternativen Lösungen oder Dienstleistungsformen auseinandersetzen müssen. Bekanntes Beispiel ist der Fahrdienstservice Uber, dessen Konkurrenzierung der klassischen Taxiunternehmen in vielen Ländern überaus erfolgreich verlief. Die Automobilbranche wird aktuell vom vor einiger Zeit noch unbekannten Unternehmen Tesla aufgemischt, das die bisherigen Gesetze der Preisgestaltung missachtet und das Angebot einer ganzen Branche durcheinanderrüttelt.

Schweizer Unternehmen auf dem Weg in die Digitalisierung

Nach einem aufregenden Tag machte Urs Müller, Business Unit Leiter System Quality Engineering von konplan, einen Strich unter das Event und kommentiert die Inhalte folgendermaßen:

„Die Konferenz hat mir wieder einmal verdeutlicht, dass die Schweizer Unternehmen auf einem guten Kurs in Richtung Digitalisierung sind und sich der Herausforderung stellen wollen. Dies zeigt sich unter anderem an beeindruckenden Optimierungen: Die Firma Maxon hat ihre Lieferzeiten beispielsweise von 12 Wochen auf 11 Tage reduziert – ein gewaltiger Schritt, der vor wenigen Jahren vermutlich noch undenkbar gewesen wäre. Ich bin überzeugt, dass sich durch die Digitalisierung vor allem die Zeiten verkürzen, bis neue Technologien eine hohe Durchdringung erreichen. Die Berufe der Zukunft werden Berufe sein, von denen wir heute noch gar nicht wissen, dass es sie gibt.“

Die erfahrenen Mechatronik-Experten von konplan verstehen sich auf die technischen und maschinennahen Aspekte der Digitalisierung (Internet of Things) und das Automatisieren von Abläufen in der Produktion bis hin zum Transferieren und Verarbeiten von Daten in der Cloud. Kontaktieren Sie uns gerne, falls Sie sich über potentielle Möglichkeiten für Ihr Unternehmen austauschen möchten.

Autor: Urs Müller, Business Unit Leiter System Quality Engineering